Halbmarathon done, what’s next?

Ich schulde euch noch was! Zwei Monate ist mein Halbmarathon her – so richtig erzählt hab ich euch noch nicht davon. Irgendwie hab ich das alles ein bisschen für mich behalten wollen und dann nicht mehr so richtig daran gedacht.

Am 2. April bin ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Im letzten Beitrag dazu hab ich sowas hier gesagt:

„Was ich mir für eine Zeit vorgenommen hab? Ich hatte mir mit meinem Trainingsplan eine Zielzeit von 2 Stunden gesetzt. Das war vor drei, vier Monaten noch eine wirklich utopische Zeit für mich, vor allem nach meiner krankheitsbedingten Pause hab ich schon gar nicht mehr damit gerechnet, auch nur in die Nähe von dieser Zeit zu kommen. Nach den letzten beiden Wochen …. gibt es vielleicht doch die Möglichkeit, dass das irgendwie zu schaffen ist. Mal sehen. Ich will mich nicht darauf versteifen, sondern viel mehr die Stimmung genießen, aber ich wäre auch wirklich unglaublich glücklich, wenn ich mein Ziel erreiche – wie gesagt, mal sehen.“

Was soll ich sagen? Ich hab es tatsächlich geschafft. 01:56:41 hab ich gebraucht und ich kann es bis heute nicht so ganz begreifen. Es war nie geplant, dass ich die Strecke alleine laufen werde – mehrere Dinge haben nicht so geklappt, wie gedacht und geplant, ich hab es mich zwar nie wirklich laut denken und sagen lassen, aber durch das ganze Durcheinander mit Krank sein, Laufpartner, die abgesprungen sind und was auch immer – ich war mir tatsächlich nicht mehr so ganz sicher, wie und ob das was wird. Schon gar nicht in zwei Stunden.

Und dann, an diesem Sonntag, war irgendwas in der Luft oder in meinem Kopf, ich weiß es nicht – aber als ich irgendwann ab Kilometer 12 auf mich alleine gestellt war, hab ich mir dann doch meine Kopfhörer aufgesetzt, Musik angemacht, alles ausgeblendet, Berlin und die Zuschauer neben mir an der Strecke ziehen lassen und bin geflogen. Beim letzten Kilometer kam „Firebird“, die Sonne kam raus, ich war beinahe am Ende und bin mit wirklich letzter Kraft ins Ziel gelaufen. Niemand von meinen Leuten da gewesen, mit dem ich mich freuen konnte, niemand ans Telefon gegangen, Akku dann leer – stand ich da im Ziel, hab das alles irgendwie geschafft, in zwei Stunden und ja. Ein bisschen emotional geworden, auf mich konzentriert, hab mich für mich alleine gefreut, bin ein, zwei fremden Menschen um den Hals gefallen, der Stolz ist gekommen und Glück war da und dann war irgendwie alles perfekt.

Ich bin bis jetzt sowas von stolz auf mich. Ich bin noch nie länger und noch nie schneller gelaufen, wie an diesem Sonntag. Tagelang danach war ich noch super fertig und gleichzeitig so glücklich darüber – für jemanden anderen mag sowas vielleicht nichts ganz so besonderes sein, für mich ist das irgendwie was Großes. Als Erinnerung an diese verdammten zwei Stunden, die ich irgendwie geschafft hab: 

So. What’s next? In den Tagen direkt nach dem Halbmarathon war es klar – jetzt Marathon. Sobald die erste Euphorie verflogen war und ich mich nach meinem zweiten Lauf nach Berlin erstmal verletzt hab, war und ist die Motivation nicht mehr ganz so groß. Irgendwie will ich schon – aber zu welchem Preis? Nur, um irgendwem zu beweisen, dass ich das auch kann? Weiß nicht so recht. Ich hab oft genug gesehen, was Marathonvorbereitung so alles mit sich bringt – wieviel Zeit, wieviel Nerven und ja, Zeit. Das sind vielleicht alles Ausreden – aber ich denk mir auch, solang ich noch Ausreden finde, will ich es vielleicht noch nicht genug. Ich hab Zeit. Vielleicht nächstes Jahr, vielleicht auch erst in drei Jahren. Vielleicht fällt mir aber auch morgen ein, dass ich mich jetzt doch unbedingt für einen anmelden will.

Also, was nun? Na – laufen halt! Ein, zwei, drei Mal die Woche. Je nachdem, wie ich Lust habe und wie es mit meinem neuen Trainingsplan im Fitnessstudio zusammenpasst. Ein neues Ziel hab ich trotzdem gebraucht, also hab ich mich direkt für den nächsten Halbmarathon angemeldet. In drei Wochen lauf ich in Stuttgart die 21 Kilometer. Und die werden nicht unbedingt leichter, sondern höchstwahrscheinlich bei 25 Grad oder noch wärmeren Temperaturen. In Stuttgart ist es im Sommer meistens unfassbar schwül und hügelig ist die Strecke auch. Aber – diesmal lauf ich nicht alleine, sondern mit einer guten Freundin.

Und noch was ist neu: Ich bin seit ein paar Wochen in einer Laufgruppe – yes, ich, die forever alone Läuferin. Und es ist sowas von perfekt! War jetzt erst ein paar Mal in der Gruppe laufen, wird jetzt aber öfter gemacht, weils einfach Motivation pur ist. Neue Leute, neue Strecken, neue PB’s. Und noch ein neues Ziel: 100 Kilometer im Juni. I’ll keep you updated!

PS: Zwei Dinge noch. 

1. Hundertmal Danke an meine kleine Schwester Vero, die heute Morgen diese unfassbar schönen Bilder von mir im Wald gemacht hat. Was meint ihr? 

2. Hundertmal Danke an mein Team von New Balance Deutschland – dafür, dass ich nach Jahren endlich die richtigen Laufschuhe habe (Boracay), für die beste Ausstattung und Gear überhaupt, für die unfassbar schöne Zusammenarbeit im letzten halben Jahr, für die Unterstützung bei meiner Halbmarathonvorbereitung und einen dicken Kuss an Eva! 

21 Comments

  1. 04/06/2017 / 20:33

    Toller Artikel und wirklich schöne Fotos! Da möchte man sofort laufen gehen! Und das Lachflash-Bild ist großartig! VG (von einer sonst stillen Followerin) Claudia

    • Diana
      04/06/2017 / 20:36

      Vielen lieben Dank für deinen Kommenta! Und Grüße an dich 🙂

  2. Ayleen
    04/06/2017 / 21:07

    super schöner Blogbeitrag, super schöne Bilder, super cooles Tattoo und inspirierende Worte! Da bekomm ich tatsächlich auch glatt Lust zu laufen… Liebe Grüße aus der Nachbarschaft, Ayleen ☺️

  3. 04/06/2017 / 21:12

    Liebe Diana,

    ein total schöner Post und ich verstehe dich absolut! Ich bin letzten Herbst meinen ersten Halbmarathon gelaufen – auch mit dem Ziel unter 2 Stunden und bin nachdem ich das geschafft habe aber sofort einer Freundin in die Arme gefallen, die dort als Sanitäterin gearbeitet hat. Angefixt ging es dann für mich nach einem Monat in die Marathonvorbereitung, die ich richtig unterschätzt habe (vor allem Schlaf/Erholungstechnisch) und es hat nicht lange gedauert bis einer meiner Füße überlastet war…
    Ende gut alles gut hab ich den Marathon dann aber doch in meiner Wunschzeit geschafft 🙂

    Ich finde deine Einstellung wirklich toll und du hast so Recht – es läuft einem nichts davon! Mein Mama geht jetzt mit Anfang 50 ihr Projekt Marathon an…

    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß beim Laufen!
    Franziska

  4. Stella
    04/06/2017 / 21:36

    Wow, super toller Artikel und wirklich schöne Fotos ( Kompliment an deine Schwester!). Ich laufe auch echt gerne und habe schon fest geplant auch bald einen Halbmarathon zu laufen.
    LG. Stella

  5. Sarah
    04/06/2017 / 21:40

    Oh wow ! Einfach nur unfassbar spannende Worte! Ich wünsche dir wahnsinnig viel Spaß auf deinen Weg zum Marathon und für deinen 2. Halbmarathon- mein 1. steht für mich nächstes Jahr an da er dieses Jahr wegen Abiprüfungen und Schulstress für mich nicht möglich war. Derzeit aber fleißig am laufen – morgens um 5 Uhr raus um noch die 7-10 km vorbeee Schule zu laufen.
    Danke für deine motivierenden Worte!
    Grüße Sarah

  6. 04/06/2017 / 21:44

    Hut ab, liebe Diana! Ich kann mir nur vage vorstellen wie geil dieses Gefühl nach dem Halbmarathon gewesen sein muss! Das wird immer und ewig dein Moment bleiben, selbst, nachdem du uns davon erzählt hast – wir waren ja nicht da😉 und zu den Fotos: Deine Schwester hat tolle Arbeit gemacht! Das erste Bild bist einfach so hundertprozentig du – Diana, die Grinsekatze! Suuuuuuper schön!

  7. 04/06/2017 / 21:50

    Sehr schöner Blogpost!! Ich kann es voll nachvollziehen, dass das was ganz besonderes für dich war!! Und Bilder sind sich spitze! Als ich das erste gesehen hab hatte ich gleich ‚junglegirl‘ im Kopf 😉❤️

    • Diana
      05/06/2017 / 14:14

      Dankeschön Verena 🙂 Freut mich sehr, das sowas „anderes“ euch auch gefällt!

  8. Ana
    04/06/2017 / 23:03

    Mein Wald!😍 Die Bilder sind traumhaft schön geworden, dort, draußen aus der Stadt und doch so nah an allem dran. Der Text ist sowieso schön, so wie man es eben von dir gewohnt ist und transportiert deine Gefühle glaube ich sehr gut.
    Wie kamst du zu der Laufgruppe?
    Liebe Grüße
    Ana

    • Diana
      05/06/2017 / 14:14

      Vielen lieben Dank dir! Ist von einem Bekannten organisiert und er hat mich mal mitgenommen 🙂

  9. Kim
    04/06/2017 / 23:54

    Du bist ein unglaublich inspirierender und motivierender Mensch! Ich mag deine Texte und wie du schreibst sehr 🙂
    Und die Bilder großartig!

    • Diana
      05/06/2017 / 14:13

      So so lieb, Danke Kim!

  10. 05/06/2017 / 10:22

    Ich habe den Beitrag hauptsächlich wegen der schönen Bilder angeklickt – die sind einfach genial! Inspirierend und irgendwie auch ein wenig mystisch – ein Traum 🙂
    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Diana
      05/06/2017 / 14:13

      Vielen lieben Dank, das freut mich! Sind mal was anderes 🙂

  11. 05/06/2017 / 12:24

    Oh das ist ein so inspirierender Post! Ich selbst habe erst vor kurzem angefangen wieder laufen zu gehen – an sowas wie ein Halbmarathon ist eigentlich noch nicht zu denken, aber hey: vielleicht ja irgendwann mal. Und dann spüre ich sicherlich dasselbe unfassbare Glück es geschafft zu haben!
    Die Bilder hat deine Schwester gut hinbekommen! Siehst sehr gut aus 🙏🏼

    xx Marie / https://www.instagram.com/itssarie/

  12. Laura
    05/06/2017 / 13:48

    Diana, du bist nicht etwa in einer Laufgruppe hier in Stuttgart? Bin schon lange auf der Suche nach einer, die etwa zwischen 8-15km alles läuft. Wäre super lieb, wenn du mich mal informieren könntest.

    Liebe Grüße,
    Laura

  13. 05/06/2017 / 15:18

    Wooooooow, toller Beitrag und wunder wunderschöne Bider liebe Diana! Ich bin auch stolz auf dich, ich habe mir jetzt vorgenommen, im März nächstes Jahres auch einen Halbmarathon zu laufen und will mich gleich jetzt anmelden, danke für all deine inspirierenden Worte und motivation! <3
    Das Tattoo hat übrigens eine richtig schöne Bedeutung und es ist auch total toll geworden!!!
    Sandra / http://shineoffashion.com

  14. Leonie
    05/06/2017 / 20:07

    Superschöner Artikel!
    Ich laufe auch in Stuttgart (mein erster Halbmsrathon)…bin mal gespannt, vor allem bei den Temperaturen. Mein Plan ist eigentlich auch für unter 2 Stunden, aber ich musste 2 Wochen pausieren weil ich krank war.
    Vielleicht sieht man sich ja in Stuttgart 🙂

  15. Anastasia
    06/06/2017 / 10:36

    Diana, du hast so eine unfassbar schöne Art zu schreiben. Ich liebe es deine Texte zu lesen. Ich fühle mich dabei immer mit dir verbunden, weil du so sympathisch bist!!!
    Wie immer ein toller Post und die Bilder erst🙌🏼
    Liebe Grüße, Anastasia

  16. Anni J
    08/06/2017 / 11:13

    So ein toller Beitrag und wunderschöne Bilder! 🙂
    Deine Texte sind immer so schön geschrieben! Ich bin am Wochenende auch meinen ersten Halbmarathon gelaufen und laufe in 2 Wochen noch in Hamburg mit. Ich wünsche dir ganz viel Spaß bei deinen nächsten 21 in Stuttgart 🙂
    Du bist so inspirierend und wirkst sehr sympathisch!

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