Ein bisschen Winterschlaf

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Ist noch irgendwer so ein bisschen am Winterschlaf machen? Ich würd euch als zweiten Beitrag in diesem Jahr gerne irgendeinen motivierenden Text voller Energie runterschreiben, aber ich bin mal ganz ehrlich mit euch: Die Wochen seit Weihnachten ists mir ehrlich gesagt ein bisschen zu kalt, zu kuschelig, zu dunkel und zu regnerisch. Ich hab ein bisschen sehr lange gebraucht, um nach den Feiertagen wieder in die Gänge zu kommen und hab immer noch nicht das Gefühl, wieder zu 100% da zu sein. War und ist gerade sehr viel Sofa, sehr viel Kaffee trinken, zuhause sitzen und auch ein bisschen die Wand oder ein leeres Textdokument oder zum millionsten Mal Ted, Robin, Lily, Marshall und Barney anstarren, während irgendein Stimmchen einem sagt: “Hey! Deine Pläne für dieses Jahr erfüllen sich so aber nicht, Madame!” Wecker geht wie sonst auch immer um sieben, halb acht – aber darauf folgt nicht wie sonst einmal kurz umdrehen und dann aufstehen, sondern ein Hochschrecken zwei Stunden später, ohne dass ich mich erinnern kann, dass irgendein Wecker geklingelt hätte. Und wie vom Bus überfahren fühl ich mich trotzdem. Mir fehlts an Sonne und Licht, nur damit werd ich wach. So lange düster und nasskalt draußen macht auch den Kopf und die Stimmung düster. Was einerseits gut ist – lässt viel grübeln und nachdenken und reflektieren und überlegen und das war auch wirklich gut. Aber andererseits reichts irgendwann und dann ist das kein schönes Erkenntnisse-treffen-und-sich-zu-Beginn-des-Jahres-einstimmen mehr, sondern nur noch ein Fall von Zu-Lange-im-Bademantel-daheim-gesessen und aus Nachdenklich-Melancholisch wird zu Decke-fällt-auf-den-Kopf.

Es ist halt Januar, was will man machen, ist ja immer so. Wird auch noch ein bisschen so sein. Aber ich kenn mich mittlerweile auch ganz gut. Dann geb ich mir halt ein paar Tage im Bademantel mit Netflix und einem nur kleinen schlechten Gewissen und reiß mich dann aber auch wieder zusammen. Diese Woche ist es dann wirklich genug, hab ich mir gesagt. Geh zumindest zum Sport, und hey – das läuft richtig gut. In diesem knapp zwei Wochen alten Jahr gabs mehr Sport-Tage als Nicht-Sport-Tage. Kann so weitergehen!

Was hilft noch? Hab mich jeden Tag ganz früh mit irgendjemandem verabredet, zum Arbeiten oder eben zum Sport und mir auch sonst die Tage mit Terminen vollgeschaufelt, die mich von A nach B hetzen lassen. Bin von daheim geflüchtet. Und wenn man dann endlich wieder die ersten 10.000 Schritte seit wahrscheinlich dem 23. Dezember am Tag geschafft hat, erkennt man, dass irgendwann am Tag schon mal ein bisschen Sonne und Licht da ist. Sieht man wahrscheinlich nicht, wenn man nur drinnen sitzt.

Urlaube planen und recherchieren hilft. Ein, zwei Vino mit den Mädchen helfen – und auch mal wieder draußen, in einer neuen Bar und nicht alle zusammen auf dem Sofa. Festival-Tickets kaufen hilft. Musik hilft sowieso immer.

Sich mal durchgehen lassen, dass zu Winter auch immer ein bisschen Blues gehört. Und das Beste draus machen.

 

 

 

Fotos: Caglar Yildiz

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11 Kommentare

  1. Miri
    13/01/2018 / 9:06

    Schön, schön, schön! Ich liebe deinen Schreibstil und kann mich mal wieder zu 100% mit deinem Text identifizieren. Gehört wohl dazu, machen wir aus den gloomy days das Beste! 🙂
    Happy weekend liebe Diana :*

  2. 13/01/2018 / 9:39

    Toller Blogpost und schöne Bilder Diana!
    Wünsche dir ein entspanntes Wochenende.
    Liebe Grüße, Marcel 🤗💛!

  3. Anni
    13/01/2018 / 10:31

    Danke, danke, danke. Fühle mich augenblicklich besser und das schlechte Gewissen ist auch ein wenig kleiner. Ich wohne seit August in Aarhus und komme mit der Dunkelheit in meinem ersten Winter hier noch gar nicht zurecht. Jeden Tag aufs neue versuche ich auf den Wecker zu hören und doch komme ich nie aus dem Bett. Es wird einfach gegen 15.20 dunkel und gegen 09.00 hell…von der Kälte ganz zu schweigen. Ein schönes Wochenende dir! 🙂

  4. 13/01/2018 / 16:00

    Was für ein wundervoll geschriebener Blogpost! Ich verstehe dich leider momentan viel zu gut, es müsste so viel erledigt werden für die Uni und so weiter, statt dessen kommt man nicht aus dem Bett, grübelt über alle möglichen Dinge und die Motivation ist schlicht und einfach nicht vorhanden…Aber naja, machen wir das Beste draus!
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

  5. 13/01/2018 / 20:30

    Richtig toller Blogpost! Bin wegen dem schönen Foto drauf gestoßen und mir gefällt dein knackiger Schreib- und dein Klamottenstil sehr!
    Wünsch dir noch ein schönes, restliches Wochenende

    • Diana
      Autor
      30/01/2018 / 9:24

      Vielen lieben Dank dir, das freut mich so! <3

  6. 13/01/2018 / 21:13

    Toller Beitrag liebe Diana, ich kann es irgendwie total nachvollziehen. Ich bin irgendwie total motiviert, alles zu machen, aber so überfordert, womit ich beginnen will, dass ich gar nicht erst anfange… <3
    Liebe Grüße, Sandra

  7. Marina
    13/01/2018 / 23:19

    Ohja der Blues ist auch bei mir eingezogen. Da hilft wirklich nur rausgehen und sich verabreden. Dann erst werde ich richtig wach. Mir hilft es auch einfach im Januar eine Städtereise zu machen für den Tapetenwechsel. Da muss man nämlich raus und ist ständig unterwegs. Deshalb geht es morgen auch für vier Tage nach Porto 🙂

  8. 14/01/2018 / 10:54

    Hach Diana… ich fühle total mit dir!!
    Mir fehlt auch die Sonne und die Helligkeit, die mich richtig wachkitzelt und vor allem fehlt mir meine Routine morgens laufen zu gehen… das war immer das motivierenste, aufweckenste und energiegebenste an meinem Tag, aber da es morgens jetzt so so kalt, so so dunkel, so so nass und so so eklig ist, schaffe ich es einfach nicht aus dem Bett und in meine Laufschuhe… ich fiebere nur noch darauf hin, dass es morgens endlich wieder hell ist wenn ich aufstehe und dann kann ich mich auch wieder zum morgendlichen Laufen raustrauen..
    Bis dahin versuche ich jeden Sonnenstrahl mit einem Spaziergang einzufangen, auch wenn man so dick eingepackt sein muss, dass eigentlich nur das Gesicht was vom Vitamin D abbekommt 😀

    Ich wünsche dir mit jedem heller und freundlicher werdenen Tag mehr und mehr motivation und inspiration, aber auch die Ruhe mal nichts zu machen und sich nicht gleich schlecht zu fühlen (eines meiner Ziele für das neue Jahr! 😀 )

    Liebe Grüße
    Pauline <3

    http://www.mind-wanderer.com

  9. 14/01/2018 / 19:34

    Achja, der gute Winterschlaf. Ich denke es gibt einfach verschiedene Phasen im Jahr. Phasen, wo man alles gibt und im “hustle” Modus ist. Phasen des Umbruchs, der Ruhe, der Melancholie. Ich selbst bin seit 2 WOchen krank. Mein Körper will mich wohl zwingen zur Ruhe zu kommen. Und das ist auch voll ok so. Irgendwann geht es mit neuer Energie weiter! Und dann richtig 🙂

    Liebste Grüße,
    Alina von Selfboostn

  10. 02/02/2018 / 16:20

    Erstmal sehr schön geschrieben und ich kann zum Teil verstehen was du meinst. Allerdings meckern momentan echt viele auf “dunkle Jahreszeit” und das hat sie nun nicht immer verdient. Ich liebe diese Jahreszeit. Aber liegt auch daran das ich ein totaler Wintertyp bin und den Sommer nicht mag. 🙂

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