Vom Abi über Jura zum Crossmedia-Journalismus-Studium

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Sobald ich auf Instagram erwähne, dass ich Uni-Zeug mach, lernen muss oder mir mein Essen für die Uni vorbereite, löchert ihr mich mit Fragen zu meinem Studium – deswegen gibts heute mal einen ganzen Post, in dem ich hoffentlich die meisten Fragen dazu beantworten kann.
Nach meinem Abi 2013 habe ich angefangen, in Tübingen Jura zu studieren. Das war seit der 10. Klasse mein Plan, ich hab mich ausführlich darüber informiert, mich in die Vorlesungen gesetzt und mit Jura-Studenten darüber geredet.

Anfangs lief es ziemlich gut, es hat mir Spaß gemacht und ich war zufrieden. Nach zwei, drei Monaten aber wurde mein Gefühl, dass ich doch ziemlich falsch bin, immer größer und ich hab mir immer mehr Stress darüber gemacht. Es fiel mir unfassbar schwer, mir selbst einzugestehen, dass ich mich, meine Interessen und das Studium komplett falsch eingeschätzt hab und dass ich tatsächlich „aufgeben“ muss. Ich hab in der Zeit mit niemandem darüber gesprochen, wollte das mit mir selbst ausmachen.

Nach ein paar Wochen hin- und herüberlegen und stundenlangem recherchieren nach anderen Studiengängen hab ich mir ein Herz gefasst und mich exmatrikuliert. Ich hatte keinen 100%-igen Plan B, nur war mir endlich klar, dass Plan A auf keinen Fall weiter funktioniert. Daraufhin hab ich weiter recherchiert, mich auf Praktika beworben und mehrere Seminare und Workshops besucht – und angefangen, meinen Blog zu schreiben.

Als nächstes Studium kam für mich Politikwissenschaft, Germanistik, Journalismus und Kommunikationswissenschaften in Frage und auf all diese Studiengänge hab ich mich dann letzten Sommer beworben. Ich wollte früher, vor meinem Jura-Wunsch, zwar immer „was mit Medien“ studieren und mir war immer klar, dass mir Schreiben und Content-Production gut liegt und Spaß macht, aber dieser ganze Schwachsinn (dass das alles Schwachsinn ist, ist mir leider erst spät klar geworden) von wegen „hat alles keine Zukunft“, „Journalismus stirbt aus“, „damit wird man nur Taxifahrer“, usw hat mich derart vor einem solchen Studium abgeschreckt, dass ich das gar nicht mehr in Betracht gezogen habe.

Im Sommer habe ich dann ein zweimonatiges Praktikum in der Nachrichtenredaktion eines Stuttgarter Radiosenders gemacht, da das für die meisten Studiengänge Voraussetzung war und ich mich diesmal wirklich sicher sein wollte, dass ich mir das Richtige für mich aussuche. Dieses Praktikum hat mir nochmal bestätigt, dass ich auf jeden Fall die richtigen Studiengänge gewählt hatte – deswegen kann ich jedem nur empfehlen, so viele Praktika zu machen, wie es nur geht. Nichts zeigt einem mehr, was man will und was nicht.

Jetzt studiere ich an der Hochschule der Medien in Stuttgart Crossmedia-Redaktion und PR. Das lässt sich am Besten mit „medienübergreifender Journalismus“ erklären – Kommunikationswissenschaften, Medienrecht, Public Relations, Webdesign & App-Entwicklung, Journalistik, Social Media und das alles nicht nur auf Printmedien, sondern auch auf Online- und audiovisuelle Medien bezogen. Ich fühl mich total wohl und am richtigen Platz – dieser Studiengang deckt so viele von meinen Interessen ab und ich bin mir mittlerweile sehr sicher, dass ich in Zukunft auf jeden Fall Erfolg haben werde – nicht wegen meinem neuen Studium, sondern weil ich jetzt etwas mache, was mir richtig Spaß macht, in dem ich aufgehe und wofür ich gerne lerne.

Ich habe keinen konkreten Plan, als was ich später unbedingt arbeiten will, aber schon ein paar Ideen. Solange ich weiter mit Leidenschaft und Ehrgeiz dranbleibe, kann für mich nichts schiefgehen und wenn mir jetzt jemand erzählen will, das dieser oder jener Studiengang keine Zukunft hat, ist mir das komplett egal. Keine Zukunft hätte ich nur dann, wenn ich etwas machen würde, was ich nicht will, keine Chance hätte, mich fortlaufend weiterzuentwickeln und Anlass, an mir zu arbeiten.

Comments

  1. Ich finde es toll, dass du deine Wünsche ausprobiert hast, aber trotzdem zu einem anderen Plan übergegangen bist, also du gemerkt hast es klappt nicht/ ist nicht dein Ding 🙂

    ich selbst studiere seit 1,5 Jahren jetzt Jura, bin aber zum Glück sehr zufrieden mit dem Studium, auch wenn manchmal die Freizeit, vor allem kochen und Sport etwas zu kurz kommen!

    Toller offener Artikel von dir!
    Allerliebste Grüße
    Carlotta vom Food Blog Cuisiner Bien!

    • 31/01/2015 / 13:20

      Danke für deinen Kommentar 🙂 das freut mich total für dich, super! Liebe Grüße zurück 🙂

    • Anonymous
      12/03/2015 / 9:22

      Eine frage (letztlich an euch beide) – ich schreibe gerade mein abi und überlege mir auch jura zu studieren….
      Habt ihr einen tipp, wie ich vermeiden kann, jura anzufangen und es nachher doch nicht gut zu finden (völlig vermeiden lässt sich dieses risiko natürlich nicht….)Ich habe weniger Angst davor, das Studium leistungsmäßig nicht zu packen, als vielmehr davor, dass ich persönlich das jura studium nicht „durchhalte“ …

    • 16/03/2015 / 11:05

      Wenn du dir ganz genau klar machst, welche Wertvorstellungen und welche Ziele und Wünsche du hinsichtlich deiner Zukunft hast (viel Geld, geregeltes Einkommen, sicherer Arbeitsplatz, Familie gründen, lange/kurz studieren, berufliche Chancen, Selbstständigkeit im Beruf, Vielseitigkeit, usw…) und du dann feststellst, dass du Jura unbedingt willst, dann musst du dir dieses Zeil fest vor Augen halten – dann klappts auch 🙂 Ich habe meine Werte leider zu spät überdacht und dann feststellen müssen, das meine nicht zu einem Jurastudium passen 🙂

  2. 30/01/2015 / 16:10

    Hi Diana,

    ich finde deine Geschichte wirklich super! 🙂
    Aber mal eine Frage: Würdest du die HdM weiterempfehlen? Ich werde mich wahrscheinlich für das nächste Wintersemester dort bewerben (für Mediapublishing) und wollte einfach mal fragen, wie du die Hochschule so findest? Also auch bezüglich der Professoren / Wohnsituation um den Campus etc. Ich hab sie mir beim letzten Tag der offenen Tür zwar schon angeschaut, aber persönliche Erfahrungen von jemanden, der dort tatsächlich studiert, sind ja doch immer was anderes 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Mara!

    • 31/01/2015 / 13:21

      Hey 🙂 Dankeschön! Ja, ich kann die HdM auf jeden Fall weiterempfehlen, die Ausstattung ist sehr modern und neu, die Professoren sind auch super. Kanns dir nur ans Herz legen 🙂

    • 31/01/2015 / 15:37

      Super, danke für die Antwort! 🙂

  3. 31/01/2015 / 10:04

    Sehr gute Entscheidung auf jeden Fall! 🙂 Ich studiere Germanistik und mir wurde auch oft mit Zweifel begegnet, da man damit „nichts machen kann“, es „keine Zukunft hat“ etc. Mein Bruder hat mich sogar dauernd aufgezogen ich solle lieber einen Taxischein machen, als das 😀 Aber ich habe auch auf niemandem gehört und bin überglücklich mit meinem Studium. Also; wünsche dir viel Erfolg und ein gutes Gelingen!

    p.s.: Liebe deinen Blog! Danke für die ganzen tollen Rezepte :))

    • 31/01/2015 / 13:22

      Super so! Wenn man mit Herz dabei ist, die Augen offen hält, offen für Herausforderungen ist und sich in der Welt umschaut kann mit keinem Studium was schief gehen 😉 Wünsch dir weiter viel Erfolg!

  4. 31/01/2015 / 16:48

    Das ist schön zu lesen, auch, dass du mit dem Jurastudium nicht klarkamst. Klingt blöd, aber irgendwie ist das menschlich. Andere würden töten für ein Jurastudium und ich frage mich ehrlich, wie viel du dir anhören musstest, als du begonnen hast, etwas anderes zus tudieren.
    Viel Erfolg weiterhin!

  5. 02/02/2015 / 19:12

    Sehr schöner Post! Genau das richtige Thema auch für mich! Ich würde sehr gerne bald an der Hdm Werbung und marktkommunikation studieren, bin mir aber noch so unsicher wie du am Anfang deines Jura Studiums…

    Liebste Grüße
    Auch Diana
    http://www.styleflush.com

  6. 03/02/2015 / 22:47

    Ich bin über deinen Instagram- Account nun auch auf deinen Blog gestoßen und finde deine Einstellung echt toll! Ich weiß nämlich bisher auch nur so ungefähr was mich interessiert und was ich nach dem Abi machen will, habe es aber umso schwerer meine Eltern davon zu überzeugen, ihren Fokus vom Finanziellen und der Dauer eines Studiums wegzulocken und ihnen klar zu machen, dass auch mein Ziel Leidenschaft bei dem was ich mache ist. Du zeigst, dass es auch mit einem Abbruch bzw Wechsel immer einen Weg gibt, der dann wie in deinem Fall auch glücklicherweise der deutlich bessere ist.

    Viel Erfolg und sorry für den etwas längeren Kommentar
    P.S.: werde deinen Blog jetzt sicherlich weiterverfolgen 🙂
    Lena

  7. Meike
    17/10/2015 / 8:59

    Hey Diana:)
    Toller Text!
    Ich hab eine Frage zu den Zulassungsbeschränkung, wurdest du über den NC angenommen, bzw gab es bei dir überhaupt eine Zulassungsbeschränkung?
    Wenn ich selber nach gucke steht dort zwar Zulassungsbeschränkt, aber ohne Angaben wie es zB in den letzten Jahren aussah.
    Liebe Grüße:)

    • 17/10/2015 / 22:51

      Hey 🙂 Ja, bei diesem Studiengang gab es bis jetzt immer eine Zulassungsbeschränkung, da es nur begrenzte Plätze gibt (ca. 20-25 pro Vertiefung) und da wird die Hälfte der Plätze direkt vergeben (nach Abiturschnitt und Praktikum, also wenn du einen tollen Praktikumsplatz hattest zählt das auch) und die andere Hälfte nach Vorstellungsgesprächen 🙂 Da sich jedes Jahr unterschiedlich viele auf die gleiche Anzahl Plätze bewerben ist ist es schwer einen NC zu nennen. Bei uns im Jahrgang liegt aber glaube ich keiner über 2,2. Hoffe, das hat geholfen 🙂

  8. 09/04/2017 / 19:30

    Sehr, sehr sympatischer Text und super Einstellung! Ich finde es klasse, dass du dir eingestanden hast, dass Jura nichts für dich ist und du danach etwas gefunden hast, was wirklich zu dir und deinen Interessen passt!

    Ich hab auch nach 5 Jahren Büro nochmal ganz genau überlegt, ob das wirklich meins ist und habe dann einfach mit 27 eine weitere Ausbildung angefangen und es war das Beste, das ich je hätte machen können.

    Also super Einstellung von dir und weiterhin viel Erfolg beim Studium!

    Liebe Grüße
    Anna

  9. Aliya
    29/05/2017 / 16:43

    Hey Diana , deine Geschichte ist wirklich 1 zu 1 mein Leben und Leidensweg, den ich zurzeit bestreite. Ich bin überrascht, das jemand genau den gleichen Weg gegangen ist. Ich wollte auch immer in Richtung Politik, Kommunikation und Journalismus gehen, da ich früh ein Praktikum bei der BILD gemacht habe und ich wirklich mit einem Ehrgeiz an die Sache rangegangen bin, dass ich selbst überrascht war. Habe mich dan nach langem hin und her aber für Jura entschieden, da ich eingeredet bekommen habe, dass die ganze Printmedienbranche aussterben würde. Naja, und jetzt stehe ich da mit einem angefangenen Jurastudium und quäle mich irgendwie dadurch. Ich habe mich jetzt an der HdM beworben und hoffe so sehr, dass ich angenommen werde, wie stehen die Chancen an der Hochschule angenommen zu werden? Wie war das bei dir damals ?

    Viele Grüße 🙂

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