At peace and somehow on fire

Und dann ist jetzt auf einmal Sommer.

Das letzte Jahr war ich am Limit, sowas von am Limit. Bin von daheim nach Hamburg gezogen, mit nur einem Koffer und nur einem Menschen, den ich dort gekannt habe, hab mich neu reingefunden. Hab mir in einer neuen, fremden Stadt was kleines, neues aufgebaut und war zum ersten Mal nicht mehr nur in Schule und Uni gefordert, was Intellekt und Kompetenz angeht, sondern auch im Job.

Nebenher weiter das hier – der Blog, Instagram, Social Media, das vor so einem Jahr auch so richtig zum Job geworden ist, was mein Baby ist, mein Ding, woran ich den größten Anspruch überhaupt habe. Hab mir neue Dinge aufgehalst, wollte ausprobieren und wachsen und hab mich viel neues getraut, was viel Stress war und mir auch viel gebracht hat. Hab eine Trennung durchgemacht, hab vieles mit mir selbst ausgemacht, gedacht und gedacht und mich mit einer neuen Situation zurechtgefunden, bin wieder zurückgekommen, in ein anderes Zuhause, was sich nicht mehr wie vorher angefühlt hat, aber auch besser.

Und dann fängt das sechste Semester und alle um mich herum an, sich zu überlegen und auch mich zu fragen – was dann? Inmitten von hundert Stunden in der Uni, in der Bib und in Gruppenarbeiten machen alle Zukunftspläne und verändern sich und entscheiden sich für dies und das. Und bei jedem passieren gefühlte tausend Dinge, bei jedem tut sich was und wenn man sich nur mal kurz zum updaten trifft, hat man das Gefühl ein Jahrzehnt verpasst zu haben, weil die Zeit ja doch irgendwie rennt. Und wenn man einmal in so einem Wirbelwind drin ist, geht das schwer wieder vorbei. Dann nimmt man sich vor „dieses Wochenende krieg ich mein Leben mal wieder auf die Reihe“ und ist doch nur damit beschäftigt, hinter seinem eigenen Chaos hinterherzuräumen, statt mal wirklich was zu schaffen oder zu denken oder mal klarzukommen und dann schaut man zurück auf die letzten zehn Wochenenden, in denen man mal klar kommen wollte und im Endeffekt ist man noch genauso lost wie vorher.

Irgendwann, vor vielleicht ein, zwei Monaten hat sich was bei mir getan. Was, weiß ich nicht genau – vielleicht war es der Sommer, der gekommen ist oder das viele, viele Laufen hat meinen Kopf klar gemacht oder vielleicht hab ich auch nur einfach erkannt, dass das Leben doch eigentlich ziemlich einfach ist, wenn man es denn einfach einfach sein lässt.

Wenn man mal ein bisschen besser Prioritäten setzt und die ersten drei Prioritäten vielleicht nicht mehr nur Zukunftspläne, Geld-Gedanken und „Was wird in 5 Jahren sein“ sind, sondern vielleicht, wie schön jeder einzelne Tag eigentlich sein kann, was ich den Menschen um mich herum mitgeben will und kann und wie genau ich es schaffe, langfristig zufrieden und ruhig zu sein. Ruhig sein, oder „at peace“, das auf Englisch trifft es vielleicht besser.

Genauso fühl ich mich jetzt. Grad ist irgendwie nicht so viel, dieses Semester ist fast ganz rum, Job läuft ganz gut und fühlt sich gerade jetzt endlich wieder nicht mehr so sehr nach Job an, sondern wieder nur nach Herzensding, ich sitz wieder in Hamburg, wo mein letztes Jahr angefangen hat, mit Luise auf der Couch und wir sind beide am schreiben. Hatten den perfekten Sonntag mit Kaffee auf dem Balkon, im Regen zum Bus rennen, Lina treffen, Brunchen und spazieren und ein, zwei, drei Vino in der Schanze und Lachen und Reden und dann kommt die Sonne raus und ich denk mir wieder – es ist wirklich alles gut gerade, und es ist schon länger wirklich alles gut. Leicht.

Hab grad ein bisschen erkannt, dass es nicht immer nur um mehr gehen muss, mehr Druck und mehr machen und mehr sich aufhalsen, weil man denkt, dass es nur so geht, man nur so gut genug ist. Ist so halt wirklich nicht.

Und seitdem ich ruhig bin, bin ich es auch irgendwie nicht mehr – bin vielleicht sogar noch ein bisschen aufgeregter und gespannt und unglaublich excited für das, was kommt. Will machen und tun und schaffen. Aber jetzt halt ganz anders. Fühl mich anders. Gut. Mit einem ruhigeren Kopf, at peace. And somehow on fire.

29 Kommentare

  1. Carolin
    02/07/2017 / 20:50

    So, so schöne und wahre Worte! So passend zu einem Sonntag Abend! Bleib wie du bist, Diana!

  2. 02/07/2017 / 20:57

    Deine art zu schreiben ist so beruhigend und schön meine Liebe Diana! Sehr entspannend ❤️😘

  3. Laura
    02/07/2017 / 20:57

    Hä, wie gut ist der Text bitte geschrieben? Hab den grade verschlungen und direkt nochmal gelesen und voller Euphorie mit dem Kopf geschüttelt und so viel Inspiration daraus gezogen. Danke dafür!!!

  4. Saskia
    02/07/2017 / 21:04

    Es ist so so so magisch, wenn man deine Texte liest!! Man fühlt sich so in den Bann gezogen und man fühlt sich gleich viel entspannter und ausgeglichener. Du machst einem immer wieder so wunderbar klar, dass schon Kleinigkeiten einen glücklich machen. Du hast eine Gabe, wie du schreibst ❤

  5. Milli
    02/07/2017 / 21:05

    Danke für diesen wunderschönen blogpost! Ich bin sprachlos. Endlich nach sechs Wochen am Wochenende arbeiten, kann ich an einem Sonntag lächelnd und ‚at peace‘ ins Bett, dank deines Textes. Nach sechs Wochen(enden) nur Druck und hier was zu tun und da was zu erledigen. Bin nun froh es hinter mir zu haben, und mit solch einem „beruhigenden“ Text in die nächsten Wochen zu starten.
    Thanks for this amazing Girl. Thank u ❤️

  6. Katharina
    02/07/2017 / 21:07

    Liebe Diana,
    ich folge dir schon ca. Anderthalb Jahre und ich muss es jetzt mal sagen: vielen Dank für deinen ganzen Input! Genau wie du komme ich aus Stuttgart und studiere auch dort. Du inspirierst mich jeden Tag aufs neue mit deiner Lebensfreude, Motivation und Kraft. Ich finde es wahnsinnig toll was du alles schaffst, wie du alles managest. Gute und schlechte Tage. Du bist so wunderbar authentisch und echt. Und ich weiß nicht ob es daran liegt, das wir die gleiche Stadt teilen und alles auf deinem Feed ein wenig wie Zuhause ist, oder einfach an deiner wundervollen Art zu schreiben, aber manchmal fühle ich mich dem allem so nah was du schreibst. Gerade bei diesem Beitrag musste ich fast ein Tränchen verdrücken, weil es einfach so wahr ist. Das Leben ist schwer doch auch manchmal ganz leicht, wenn man es lässt.
    Danke dafür!
    Liebe Grüße 🙂

  7. 02/07/2017 / 21:12

    Toll geschrieben. Und du hast so Recht. Der ganze Stress mit dem „was mache ich aus meiner Zukunft“, „warum hab ich jetzt schon wieder dafür Geld ausgegeben“ und so weiter nehmen immer mehr Stress ein und man verliert sich im Alltag. Ich hab jetzt angefangen meine To Do Listen zu verkleinern und angefangen „Ich-Zeit“ einzuplanen um mir klar zu machen was ich am Tag alles geschafft habe und dankbar zu sein.

  8. Sophie Arnold
    02/07/2017 / 21:16

    Innere Zufriedenheit und das Zufriedensein mit dem eigenen Leben. Für mich das vielleicht wichtigste Gefühl zum Glücklichsein.
    Wahnsinnig toller Beitrag und ich hab wirklich noch nie einen derart inspirierenden Schreibstil wahrgenommen, der direkt die eigenen Gedanken und Gefühle so anspricht wie deinen.

    Ganz liebe Grüße
    Sophie 🙂

  9. Celine
    02/07/2017 / 21:19

    So schöne Worte.. Danke dafür!❤️ LG 😊

  10. Marion
    02/07/2017 / 21:57

    Toooooolller Text, regt so zum Nachdenken an! Wirklich schön geschrieben 🙂

  11. Val
    02/07/2017 / 22:04

    OMG!! Denk es mir jedes Mal wieder, wenn ich einen Beitrag von dir lese- du schreibst echt wirklich wahnsinnig gut! Könnte stundenlang weiterlesen und gerade dieser hier ist dir besonders gut gelungen!! Applaus Applaus! Magst du nicht mal bei einem Poetry Slam oder Ähnlichem mitmachen? 😉

    Ganz herzliche Grüße aus Österreich

  12. Lisa
    02/07/2017 / 22:26

    Du schreibst so wunderschön. Ich liebe es Deine Texte zu lesen und sie sind die größte Motivation.

  13. Nina
    02/07/2017 / 22:27

    „… vielleicht hab ich auch nur einfach erkannt, dass das Leben doch eigentlich ziemlich einfach ist, wenn man es denn einfach einfach sein lässt.“

    Dieser Satz ist so wunderbar.

  14. 02/07/2017 / 22:39

    Ein wirklich toller Text mit einer schönen Message. Genau das habe ich gerade gebraucht. Danke dafür 🙂
    LG
    Saskia

  15. Marie
    02/07/2017 / 22:45

    Wow! Ich bin so geflasht.. mir wird gerade richtig bewusst, wie gut das meine Gefühle gerade auf den Punkt trifft. Danke für diesen Beitrag, der wird direkt abgespeichert zum Runterkommen, Energie tanken und Durchstarten in einem Moment – genau wie du sagst. Glücklich sein. Den Moment Leben. Leben. Das merke ich jedes, jedes Mal, wenn ich einfach mache und das macht so so glücklich.

  16. Tabea
    02/07/2017 / 22:48

    Hey Diana 🙂
    Der Post beschreibt irgendwie genau meine aktuelle Situation – deshalb gefällt er mir wahrscheinlich auch so gut. Saß den gesamten Tag am Schreibtisch, kurz eine halbe Stunde vor der Tür, Tour de France anschauen, dann wieder rein an den Schreibtisch. Danach endlich mal wieder Yoga gemacht und dabei gemerkt, wie wahnsinnig gut es mir tut und dass doch eigentlich alles perfekt ist, auch wenn ich die nächsten 12 Tage nur lernen werde und Zeit für nichts anderes haben werde. Bin für mein Studium auch in eine Stadt gezogen, in der ich niemanden kannte, habe eine Trennung hinter mir und finde immer mehr zu mir selbst. Der Post spricht mir also quasi aus der Seele und ich finde ihn wirklich perfekt.

  17. Lisa
    02/07/2017 / 22:49

    Ich liebe einfach deine Art zu schreiben, vor allem dieser Text ist einfach wunderschön, sowohl Schreibstil, als auch der Inhalt bringt einen zum Nach- & Überdenken. Mach weiter so, Diana, du bist eine richtig große Inspiration!

  18. Kathi
    02/07/2017 / 23:11

    Danke! Einfach und schlicht.
    Ein wunderschöner Text mit viel Wahrheit.

    Bleib dabei und so inspirierend und kraftvoll wie jetzt😘

  19. Julia
    02/07/2017 / 23:54

    Einfach nur wow – und danke, es triffts einfach!
    Alles Liebe, Julia

  20. 03/07/2017 / 8:47

    Wunderbarer Text, liebe Diana. Ich mag diese Texte, die einfach so aus einem heraussprudeln! 🙂

  21. 03/07/2017 / 9:39

    Ich weiß wirklich nicht, wie Du es immer wieder aufs Neue schaffst, genau die Worte zu finden, die ich persönlich gerade gebrauchen kann. So ehrlich und schön und passend. Danke dafür und für jede kleinste Inspiration, Beruhigung oder Motivation, danke Diana! (& btw: bezaubernde Fotos)

  22. Bianca
    03/07/2017 / 12:59

    Ich liebe deine Texte. Deine Art zu Schreiben ist wirklich so so gut – und so berührend. Es trifft mich ganz tief! Vielleicht weil es mir ähnlich geht, mit einigen grundlegenden Veränderungen.. aber dass sich das dann so gut anfühlt, tut einfach nur unheimlich gut. Hach.. Danke fürs Teilen! Und einen schönen SOMMER! Lieben Gruß, Bianca

  23. 05/07/2017 / 11:03

    Diana, deine Worte sprechen mir tief aus meinem Herzen und ich muss dir sagen – sie sind umwerfend schön. Du schreibst toll. Du sprichst von Herzensding? Ohja, genau das. Das spürt man. Erkennt man. Man erkennt dich. Danke. ♡

  24. Marina
    05/07/2017 / 17:32

    Liebe Diana,
    Vielen lieben dank für diesen Blogpost! Irgendwie fühle ich mich im Moment genauso. Irgendwo zwischen Bachelorarbeit, Bib und Arbeit versuche ich alles unter einen Hut zu bekommen und bin total unter Strom aber doch so ruhig und gelassen und in meinem Körper angekommen, wie noch nie zuvor…
    LG Marina

  25. Paula
    06/07/2017 / 10:47

    WOW!!
    Das war super geschrieben, Diana! Ich habe mich gefühlt wie in einem Strudel aus Worten, als wäre ich kurz in deinem Text gefangen.
    Also ein wirklich ernst gemeintes Kompliment: ein toller Text!

  26. Laura
    17/07/2017 / 8:25

    Wahnsinnig schöner Text. Passt gerade genau in mein Leben und regt zum Nachdenken an. Mit Abstand der schönste Blog ☺️

  27. Melanie
    22/07/2017 / 17:18

    so so so ein wahnsinnig schöner Text! Danke Danke für das Teilen deiner Gedanken! Und besser könnte der Titel „At peace and somehow on fire nicht passen! <3

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